Jeder kann es verschicken Kurzes Video schießt iPhones ab

Wer auf dem iPhone oder iPad das falsche Video öffnet, legt das Gerät damit lahm und kann es nicht mehr benutzen. Es gibt zwar eine Wiederbelebungsmaßnahme, aber möglicherweise auch bleibende Schäden. Blöd: Der Link zum Video wird eifrig verteilt.

Schon vor knapp zwei Wochen warnte die Schweizer Webseite „Watson“ vor einem etwa 4 Sekunden langen Video, das über Whatsapp verschickt wird und iPhones abstürzen lässt. Es kann aber auch über einen anderen Weg geteilt werden, ein Link genügt. Ein Schädling verbirgt sich in dem Clip nicht, Malware konnten Sicherheitsexperten nicht finden. Ebenso scheint das Problem bei Android-Smartphones oder Desktop-Betriebssystemen nicht aufzutreten. Die Experten vermuten ein sogenanntes „Speicherleck“ („Memory Leak“). Das Video enthält wahrscheinlich Fehler oder wurde so manipuliert, dass es den kompletten Arbeitsspeicher belegt und nicht wieder freigibt.

Neustart zur Wiederbelebung

So ist es auch zu erklären, dass ein iPhone oder iPad nicht sofort lahmgelegt wird, sondern noch etwas zuckt, bevor es einfriert. „Betroffene Geräte laufen spürbar heiß und man sieht förmlich, wie der Akku leergesaugt wird“, schreibt „Watson“. Komplett hinüber ist das Gerät aber nicht, durch einen erzwungenen Neustart lässt sich das Problem beheben. Bei iPads und älteren iPhones drückt man dazu gleichzeitig Home-Button und Einschalter, beim iPhone 7 kombiniert man den Home-Button mit der Leiser-Taste. Unter Umständen hat das Gerät danach aber eine stark reduzierte Akku-Laufzeit. Möglicherweise sei der Auslöser ein hängengebliebener Prozess, sagt der Experte der Schweizer Sicherheitsfirma. Weitere Komplikationen sind nicht auszuschließen.

Eigentlich war das Video bisher kein größeres Problem, weil es kaum bekannt und die Wahrscheinlichkeit, dass es ein iPhone- oder iPad-Nutzer zugeschickt bekommt, gering war. Doch nachdem jetzt „9to5Mac“ ein Youtube-Video geteilt hat, in dem das „Killer-Video“ demonstriert wird, berichten Webseiten weltweit darüber – und viele von ihnen verlinken auch den 4-Sekunden-Clip. Daher sollten iPad- und iPhone-Nutzer derzeit besonders vorsichtig sein, wenn sie einen Link zugeschickt bekommen.

Quelle: N-TV & Youtube